{"id":1151,"date":"2005-12-02T11:17:16","date_gmt":"2005-12-02T09:17:16","guid":{"rendered":"http:\/\/sommergut.de\/wsommergut\/archives\/001151.shtml"},"modified":"2005-12-02T11:17:16","modified_gmt":"2005-12-02T09:17:16","slug":"fadenscheinige-argumente-fur-microsofts-office-open-xml","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sommergut.de\/wp\/archives\/fadenscheinige-argumente-fur-microsofts-office-open-xml\/","title":{"rendered":"Fadenscheinige Argumente f\u00fcr Microsofts Office Open XML"},"content":{"rendered":"<p>Seit der Ank\u00fcndigung von Microsoft, dass die XML-Dateiformate von Office ge\u00f6ffnet und bei der <acronym title=\"European Computer Manufacturers Association\">ECMA<\/acronym> standardisiert werden, gibt es eine heftige Debatte \u00fcber den Sinn dieses Vorgehens. Sie dreht sich vor allem um die Frage, wieso es eines weiteres Office-XML-Formats bed\u00fcrfe, nachdem mit dem <a href=\"http:\/\/www.oasis-open.org\/committees\/office\/faq.php\">Open Document Format<\/a> bereits ein Standard existiert. Microsoft lie\u00df sich eine <a href=\"http:\/\/www.computerwoche.de\/nachrichten\/569252\">Reihe von Gr\u00fcnden einfallen<\/a>, warum das <acronym title=\"Open Document Format\">ODF<\/acronym> angeblich nicht in Frage kam.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li><strong><q>ODF ist f\u00fcr OpenOffice optimiert.<\/q><\/strong> An der Working Group bei Oasis waren mehrere Firmen beteiligt. Microsoft war eingeladen, ebenfalls an ODF mitzuarbeiten, schlug die Einladung aber aus. Wenn nun ein Format herausgekommen sein sollte, das auf OpenOffice zugeschnitten ist, dann ist daf\u00fcr auch Microsoft verantwortlich (erstaunlicherweise sind jedoch <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/OpenDocument#Applications_supporting_OpenDocument\">mehrere andere Anwendungen<\/a> in der Lage, das Format trotzdem zu nutzen).<\/li>\n<li><strong><q>Office Open XML \u00fcber die Ecma und nachfolgend die ISO zu standardisieren, sei im Sinne der Kunden der schnellste und darum beste Weg<\/q><\/strong>. Der wirkliche Grund daf\u00fcr, dass das Office-Format standardisiert werden soll, ist nicht das Wohl der Kunden, sondern liegt in der <a href=\"http:\/\/www.computerwoche.de\/nachrichten\/566003\">Entscheidung des amerikanischen Bundesstaats Massachusetts<\/a>, nur noch Office-Applikationen einzusetzen, die ein offenes Dateiformat nutzen. F\u00fcr Microsoft drohten damit neue Probleme im \u00f6ffentlichen Sektor, nachdem ja dort Linux bereits zu l\u00e4stigen Konkurrenz geworden ist (siehe <a href=\"http:\/\/www.muenchen.de\/Rathaus\/referate\/dir\/limux\/89256\/\">&#8222;Limux&#8220;<\/a>). Die <a href=\"http:\/\/blogs.msdn.com\/brian_jones\/archive\/2005\/06\/13\/428655.aspx\">Entscheidung gegen das ODF<\/a> fiel in Redmond l\u00e4ngst vor dem Entschluss, das eigene Format \u00fcber die ECMA zu standardieren (und war daher offenbar gar nicht als ein alternativer Standard vorgesehen).<\/li>\n<li><strong>Es existieren Milliarden von Office-Dokumenten in den bisherigen Bin\u00e4rformaten. Das XML-Format muss wegen der erforderlichen Abw\u00e4rtskompatibilt\u00e4t in der Lage sein, alle Merkmale der der bestehenden Dokumente abzubilden<\/strong>. Microsoft versprach, auch f\u00fcr \u00e4ltere Office-Versionen Import- und Exportfilter anzubieten, die das neue XML-Format lesen und schreiben k\u00f6nnen. Ich bin gespannt, wie weit diese Unterst\u00fctzung zur\u00fcckreichen wird. Mein Tipp: maximal Office XP.<\/li>\n<li><strong><q>Mit OpenDocument lassen sich wichtige Features von Microsoft Office &#8211; etwa Pivot-Tabellen &#8211; nicht abbilden<\/q><\/strong>. Dieses Argument ist eine Variante des vorhergehenden und lie\u00dfe sich folgenderma\u00dfen paraphrasieren: &#8222;Wenn man alle Features von Office in einem XML-Speicherformat abbilden will, ben\u00f6tigt man ein vollst\u00e4ndig neues Schema&#8220;. Tim Bray <a href=\"http:\/\/www.tbray.org\/ongoing\/When\/200x\/2005\/11\/27\/Office-XML\">entgegnet <\/a> darauf zu Recht:<br \/>\n<blockquote><p>Microsoft wants there to be an office-document XML format that covers their billions of legacy documents, and they want it to be open. Fair enough; I approve. But why do we have to re-invent all the basic stuff, and have two ways to express &#8222;This paragraph is in 12-point Arial with 1.2em leading and ragged-right justification&#8220; or &#8222;K37 is the average of B37 through H37&#8220;?<\/p><\/blockquote>\n<p>Technisch gesehen lie\u00dfe sich die gro\u00dfe Masse der Gemeinsamkeiten in einem Standardformat wie ODF abbilden. Microsoft k\u00f6nnte alle jene Funktionen seiner Anwendungen, die sich damit nicht ausdr\u00fccken lassen, \u00fcber einen eigenen <a href=\"http:\/\/www.w3.org\/TR\/1999\/REC-xml-names-19990114\/#sec-intro\">XML-Namespace<\/a> erg\u00e4nzen.<\/li>\n<li><strong><q>Microsoft glaubt an kundendefinierte XML-Schemas, die sich \u00fcber den von der OASIS propagierten Standard (= ODF) ebenfalls nicht realisieren lassen.<\/q><\/strong> Dieses Argument geht v\u00f6llig ins Leere. ODF und Office Open XML sind die nativen Formate f\u00fcr die B\u00fcroanwendungen, die anstelle der bisher genutzten Bin\u00e4rdateien treten. Wenn aber jemand Word als XML-Editor nutzt und beispielsweise im <a href=\"http:\/\/www.docbook.org\">DocBook<\/a>-Format publiziert, dann interessieren ihn die Office-Standards nicht. Der m\u00f6chte einfach nur DocBook-konforme Dokumente erstellen. Und da muss er unter Office 2003 ohnehin aufpassen: kommt man auf die Idee, den Text optisch ein bisschen aufzuputzen, dann reichert Word die kundenspezifische XML-Struktur mit Unmengen von WordML-Formatierungen an.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der Ank\u00fcndigung von Microsoft, dass die XML-Dateiformate von Office ge\u00f6ffnet und bei der ECMA standardisiert werden, gibt es eine heftige Debatte \u00fcber den Sinn dieses Vorgehens. Sie dreht sich vor allem um die Frage, wieso es eines weiteres Office-XML-Formats bed\u00fcrfe, nachdem mit dem Open Document Format bereits ein Standard existiert. 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