{"id":1252,"date":"2006-08-03T16:22:01","date_gmt":"2006-08-03T14:22:01","guid":{"rendered":"http:\/\/sommergut.de\/wsommergut\/archives\/001252.shtml"},"modified":"2006-08-03T16:22:01","modified_gmt":"2006-08-03T14:22:01","slug":"der-zweifelhafte-wert-von-online-news","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sommergut.de\/wp\/archives\/der-zweifelhafte-wert-von-online-news\/","title":{"rendered":"Der zweifelhafte Wert von Online-News"},"content":{"rendered":"<p>Fast jede Online-Publikation lockt ihre Leser mit News. Die meisten Verlags-Manager sehen im Web ein ideales Medium f\u00fcr Nachrichten. Schlie\u00dflich gebe es keinen schnelleren Weg, um Neuigkeiten an den Leser zu bringen. Print-Publikationen sollen daher eine erg\u00e4nzende Funktion \u00fcbernehmen und mehr Hintergrundinformationen liefern. Als reines Nachrichtenmedium seien sie aber mit dem Web nicht konkurrenzf\u00e4hig, so der Tenor. Neuere Studien deuten aber darauf hin, dass die Web-User den Online-News gar nicht so viel Wert beimessen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eine <a href=\"http:\/\/people-press.org\/reports\/display.php3?ReportID=282\">k\u00fcrzlich erschienene Studie des Pew Research Center<\/a> zeigt, dass die Online-News nur eine begrenzte Leserschaft erreichen und f\u00fcr diese keine bedeutende Informationsquelle ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Zahl der Leser von Online-News hat seit dem Jahr 2000 nur mehr langsam zugenommen, besonders unter jungen Leuten.<\/li>\n<li>Die Befragten verbrachten im Durchschnitt 32 Minuten mit der Lekt\u00fcre von Online-News. Das ist deutlich weniger Zeit als der Zeitungsleser, Radioh\u00f6rer oder Fernsehzuschauer im Schnitt f\u00fcr Nachrichten aufwendet. W\u00e4hrend 48 Prozent aller Amerikaner mindestes eine halbe Stunde t\u00e4glich vor dem Fernseher verbringen, um Nachrichten zu konsumieren, entfallen auf Online-News nur 9 Prozent.<\/li>\n<li>Das Web dient f\u00fcr die Mehrzahl nicht als prim\u00e4re Quelle von Nachrichten, sondern dient vor allem als Erg\u00e4nzung zu anderen Medien. Selbst jene, die das Web als News-Quelle nutzen, verbringen mehr Zeit mit anderen Medien, um sich zu informieren.<\/li>\n<li>Die meisten Nutzer von Online-News sch\u00e4tzen besonders die Bequemlichkeit und Geschwindigkeit des Mediums und legen weniger Wert auf Details. Nur eine Minderheit informiert sich auf den Websites von Zeitungen, es dominieren in den USA News-Dienste wie Yahoo, MSNBC oder CNN, die wichtige Meldungen laufend aktualisieren.<\/li>\n<li>Die meisten Konsumenten von Online-News nennen als wichtigsten Vorzug des Mediums die einfache Zugriffs- und Navigationsm\u00f6glichkeit. Dieser Aspekt spielt auch f\u00fcr Zeitungsleser und Fernsehzuschauer eine Rolle, aber im Vergleich zu den Web-Usern legen mehr von ihnen Wert auf redaktionelle Qualit\u00e4t.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Robert X. Cringely widerspricht in einer seiner <a href=\"http:\/\/www.pbs.org\/cringely\/pulpit\/pulpit20060720.html\">letzten Kolumnen<\/a> der g\u00e4ngigen Vorstellung, dass Leser durch Online-Nachrichten besonders schnell informiert w\u00fcrden. Er bezieht sich dabei auf eine Studie der University of Notre Dame, wonach News durchschnittlich 36 Stunden im Web stehen, bevor sie von der H\u00e4lfte ihrer potenziellen Leser konsumiert w\u00fcrden. Bei Tageszeitungen betrage dieser Zeitraum hingegen 24 Stunden, weil dann bereits die n\u00e4chste Ausgabe folgt. Aufgrund des seriellen Charakters von Online-News bliebe ein gro\u00dfer Teil der Nachrichten unsichtbar, weil nur die Top 10 oder Top 25 prominent platziert w\u00fcrden. Die Zeitung hingegen erlaube die parallele Wahrnehmung von mehreren Geschichten. Cringely zieht daraus den Schluss, das man als Online-Leser weniger bekomme und das auch noch sp\u00e4ter:<\/p>\n<blockquote><p>So the result is that those of us who rely on the Internet for our news tend to get less of it later rather than the more of it earlier that we think we do.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als das Web noch ganz am Anfang stand, wurden Inhalte und Pr\u00e4sentationsformen aus \u00e4lteren Medien wie Zeitungen oder Zeitschriften \u00fcbernommen &#8211; darunter auch News. Je mehr es sich gegen\u00fcber diesen verselbst\u00e4ndigt, desto mehr entwickelt es seine eigene Kultur. Dazu m\u00f6gen die soziale Interaktion z\u00e4hlen, wie das Web 2.0 zeigt, oder langlebige Inhalte wie Enzyklop\u00e4dien oder Produkttests &#8211; aber vielleicht ist das Web wirklich ein schlechter Nachrichtenkanal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jede Online-Publikation lockt ihre Leser mit News. Die meisten Verlags-Manager sehen im Web ein ideales Medium f\u00fcr Nachrichten. Schlie\u00dflich gebe es keinen schnelleren Weg, um Neuigkeiten an den Leser zu bringen. Print-Publikationen sollen daher eine erg\u00e4nzende Funktion \u00fcbernehmen und mehr Hintergrundinformationen liefern. 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