heisetreff.de – Kleinanzeigen, aber nicht Web 2.0

22. Februar 2006 von Wolfgang Sommergut

Immer mehr Online-Dienste versuchen den Tageszeitungen das Geschäft mit Kleinanzeigen streitig zu machen (siehe dazu Hugo Martins Fressen kostenlose Classified-Websites Zeitungen?). Craigslist expandiert nach Europa, Google Base entwickelt sich zu einem ernsthaften Player in diesem Segment und Startups wie Edgeio versuchen ihr Glück mit neuen Konzepten. Und in Deutschland geht der Heise-Verlag mit heisetreff.de an den Start.

Neben Kleinanzeigen bietet die Site auch Veranstaltungshinweise. Das Interface kommt ganz ohne Grafiken aus und zeigt die Produktkategorien in einer Baumansicht an. Anhand von Postleitzahlen lassen sich die Angebote regional filtern. Was ich allerdings spontan vermisst habe: Es gibt keine RSS-Feeds. Wenn ich beispielsweise alle Wohnungsangebote in München beobachten will, muss ich regelmäßig auf heisetreff vorbeischauen – eine andere Möglichkeit wie etwa Alerts ist mir nicht aufgefallen. Erstaunlich finde ich zudem, dass man sich über Veranstaltungen nur per E-Mail benachrichtigen lassen kann, ein Import in einen Desktop-Client mittels iCalendar wird nicht angeboten. Auch sonst sind keine Einflüsse vom Web 2.0 zu sehen: Bei Veranstaltungen bieten sich Mashups mit Kartendiensten an (wie das etwa upcoming.org macht, das Gleiche gilt für Immobilienangebote (Craigslist zeigt wie das geht). Ja, und schließlich fehlt der Schriftzug “Beta” :-) Was aber nicht heißen muss, dass keine neuen Features mehr kommen.

Kategorie: Medien und Web-Dienste 4 Kommentare »

4 Kommentare zu “heisetreff.de – Kleinanzeigen, aber nicht Web 2.0”

  1. Jens Grochtdreis schreibt:

    Ein modernes, duchdachtes Angebot war von Heise nicht zu erwarten. Oder hattest Du das? Deren Webseite ist ja schon ein Graus – das hat sie allerdings mit der aller Computerzeitschriften gemein.
    Heise ist dann gut, wenn es um neue Prozessoren geht, um Hardware, evtl. auch um Hochsprachen wie C++. Aber doch nicht das Web! Ich hatte noch nie den Eindruck, daß die das Web wirklich verstanden haben oder jemanden kannten, der das tat. Also gibt es wieder eine Web1.0-Trollwiese. Gut, dann haben andere Anbieter eine Chance.

  2. So übel ist das Design (auf den ersten Blick) gar nicht, Craigslist kommt ja auch nicht gerade als Designwunder daher. Es kommt eben darauf an, das alles einfach und übersichtlich ist. Das fehlende RSS-Abo ist hingegen definitiv ein Manko. Man könnte denken, Heise versucht massiv selbst den Anschein zu vermeiden, ihr neuer Service könnte was mit “Web 2.0″ zu tun haben. ;-) Man kanns halt auch übertreiben mit der Blasen-Angst.

  3. Florian Laws schreibt:

    Ich hatte im Heisetreff-Forum nachgefragt, und sie haben versprochen, die RSS-Feeds nachzureichen. Trotzdem leicht peinlich, die nicht gleich beim Start anbieten zu koennen…

  4. noch ein Hinweis zum Design findet sich hier:
    Kleinanzeige des Monats: http://www.sixtus.net/entry/704_0_1_0_C/
    :D