Netscape 8: Ich bin zwei Browser

3. März 2005 von Wolfgang Sommergut

Netscape 8
Die hybride Version des Netscape-Browsers Nr. 8 gibt es nun als Beta. Er benutzt sowohl die Rendering-Engine von Mozilla als auch jene des Internet Explorer. Als dieses Feature angekündigt wurde, war mir nicht klar, wie man es wohl vernünftig umsetzen würde. Der Browser selbst kann ja nicht riechen, ob eine Site etwa für den IE optimiert wurde.

Netscape bietet deshalb die Möglichkeit an, unter Optionen/Site Controls für jede Website die bevorzugte Engine festzulegen. Das ist nur dann sinnvoll, wenn man bestimmte Seiten regelmäßig besucht und weiß, dass sie in einem der beiden HTML-Renderer besser dargestellt wird. Man muss übrigens die URLs dort nicht eintippen, Netscape speichert die Domänen aller besuchten Sites.

netscape8.jpg
In der Praxis wird man häufiger auf die andere Engine umschalten wollen, wenn die aktuelle Seite schlecht dargestellt wird. In diesem Fall lassen sich die Site Controls direkt über ein gelbes Schild-Icon des Tabs öffnen. Der Browser merkt sich nun die Einstellungen für die betreffende Site und lädt sie in der aktuellen Sitzung nochmal mit der gewünschten Engine. Allerdings habe ich keine Anzeige dafür gefunden, welcher HTML-Renderer gerade aktiv ist.

Unter den Site Controls kann der Anwender zusätzlich einstellen, wie vertrauenswürdig er eine Website hält und welche Browser-Funktionen sie nutzen darf. Das betrifft etwa Cookies, Javascript, Java oder ActiveX. Weil es viel zu mühselig wäre, den Browser für alle möglichen Sites auf diese Weise zu konfigurieren, bietet er drei Stufen für die Vertrauenswürdigkeit an, die jeweils festlegen, was erlaubt ist. Dieses Verfahren kennt man vom IE und es ist zu umständlich, wenn man viel im Web unterwegs ist.

Netscape koppelt seinen Sicherheitsmechanismus daher mit einem zentral gepflegten Rating-System, das der Browser regelmäßig abruft und anhand dessen er die Sicherheitseinstellungen automatisch anpasst. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Kombination aus Blacklists und Whitelists. Gerade für weniger versierte Web-Nutzer ist das eine gute Einrichtung – wenn sie funktioniert. Das System muss Phishing- und Spyware-Sites schnell genug erkennen und darf harmlose Seiten nicht aussperren. Momentan sind die Listen offenbar noch ziemlich leer, weil nicht einmal Netscapes eigene Site bewertet wird.

Kategorie: Web-Browser 3 Kommentare »

3 Antworten zu “Netscape 8: Ich bin zwei Browser”

  1. Thomas sagt:

    Der einfachste Umschalter für die Rendering-Engine liegt im Kontextmenü der rechten Maustaste. Dort sieht man auch, welche gerade läuft (als Alternative wird die jeweils andere angeboten).
    CU, Thomas

  2. Rainer W. sagt:

    Ich bin kein Netscape-Fan.
    Und auch die Nr. 8 wird nicht die letzte sein.
    Ich erfreue mich heute gerade in meinem Programm an erster Stelle über die „alten“ Klagen.

  3. patrick sagt:

    Netscape ist wohl der beste Browser der je auf dem markt kam. Ich bin seit jahren eingefleischter Netscapefreund. Leider hat nach der übernahme durch AOL die Qualität sehr gelitten und es wurde auch nicht weiterentwickelt. Sehr schade wie ich finde. Ich hoffe denoch das die neue Version genauso ein knaller wird wie der 7.0. Denoch sollte man die alten Hasen wieder ins Boot holen die den 7 geschrieben haben, denn ich meine ohne diese leute ist Netscape kein Netscape. Und für die 8er Beta_version, schaft diese hässliche Mintgrün ab und gebt ihm seine alte Farbe wieder.